Informationen zum Trimmen

"Trimmen" bedeutet, dass das einzelne Haar des Hundes ausgezupft wird. Aus diesem Grund muss man erst einmal wissen, wie das einzelne Haar beim Hund beschaffen ist:
Beim Hund wachsen aus einem Haarfollikel gleich mehrere Haare, welche jeweils wieder eine unterschiedliche Beschaffenheit haben - diese werden als Primärhaare (dickeres, farbintensives Deckhaar) und Sekundärhaare (dünne, blasse Unterwolle) bezeichnet. Durch die Länge der Haare ist erkennbar, in welcher Wachstumsphase sich das Haar befindet - es wächst immer bis zu einer bestimmten Länge. Anschließend folgt eine Ruhephase, bevor es von einem nachwachsenden Haar verdrängt wird uns ausfällt. Genau diese Ruhephase sollte zum Trimmen genutzt werden. Durch das Trimmen (= auszupfen) wir das Wachstum des neuen Haares gefördert. Zum Zeitpunkt des Trimmens hat der Hund eine geschlossene Decke aus Primärhaar, welches sich in der Wachstumsphase befindet.
Trimmt man das Haar zu früh, also vor der Ruhephase, so braucht das neue Haar eine ganze Zeit mehr, um an die Oberfläche zu gelangen. Ähnlich ist es, wenn der Hund "zu spät" getrimmt wird, denn wenn die Ruhephase bereits überschritten ist, fällt es von selbst aus und ein neues Haar wächst nach. Das nächst längere Haar befindet sich schon teilweise in der Ruhephase und man trimmt es häufig bereits mit aus.

Dadurch entstehen oft unterschiedliche Trimmergebnisse! Der Zeitpunkt ist also sehr entscheidend für ein "schönes" und gleichmäßiges Ergebnis.

Keinesfalls sollte ein rauhaariger Hund geschoren werden!!!! Im Grunde sollte an dieser Stelle auch bereits deutlich sein, warum!

Das alte Haar wir bei einer Schur lediglich gekürzt, es bleibt also im Follikel. Das neue Haar wächst trotzdem nach und versucht die Reste des alten Haares aus den Follikeln zu schieben.

Das viel dünnere Sekundärhaar kann sich in dieser Zeit zwischen das Deckhaar schieben und gelangt an die Oberfläche, wobei das Primärhaar weiter zurückgehalten wird, da es keinen Platz an der Oberfläche findet. Es ist also ein ewiger Teufelskreis, der zur Folge hat, dass das Fell irgendwann vollständig aus dünner, feiner Unterwolle besteht!

Dieser Zustand ist nur schwer wieder zu verbessern. Es sieht nicht nur unschön aus, sondern ist auch durchaus unangenehm für den Hund:
Das Deckhaar ist hart und wasserabweisend - die Unterwolle hingegen kann das Wasser aufnehmen wie ein Schwamm. Sie ist demnach für das Warmhalten des Hundes zuständig, nicht aber für die Wasserabweisung. Dafür hat der Hund as dickere, wasser-, aber auch schmutzabweisende Deckhaar, welches den Hund bei jedem Wetter bestens schützt.

Also nehmen Sie ihrem Hund nicht den "Regenmantel"!
Es ist auch gar nicht schwer, einen Hund fachgerecht zu trimmen. Trotzdem haben wir eine kleine Trimmanleitung geschrieben...

Der Parson Russell Terrier weist vor dem Trimmen ein ungepflegt aussehendes, struppiges Fell auf. Zudem sind häufig die Farben verblasst.

Wie geht man aber am besten vor und was benötigt man dazu?

Ich persönlich verwende zwei verschiedene Trimmmesser, eines mit grober (Körper), eines mit feiner Zahnung (Beine, Kopf, etc.). Bei dem Kauf von Trimmmessern ist darauf zu achten, dass sie auch wirklich für den Parson Russell Terrier geeignet sind. Sie sollten also tatsächlich helfen, das einzelne Haar auszuzupfen und nicht etwas durch eine Rasierklinge o.ä. lediglich zu kürzen. Dafür sind z.B. die Trimmmesser von "Karlie" geeignet. Zusätzlich benötigt man einen Kamm und die eigenen Finger.
Trägt man vorher Trimmkreide auf, so wird das Fell griffiger - das Auszupfen wird erleichtert.

Der kleine Terrier eignet sich sehr gut zum Trimmen. Man kann mit dem richtigen Werkzeug eigentlich gar nichts falsch machen. Mit Hilfe des Trimmmessers wird einfach alles was lose ist, herausgezupft. Darunter erscheint dann eine Decke mit neuem Deckhaar, welches farblich deutlich intensiver ist. Der Hund sollte zwischendurch mit dem Kamm gekämmt werden. Vereinzelte Haare, die noch überstehen, werden mit Daumen und Zeigefinger gezupft, um ein schöneres Ergebnis zu erzielen. Auch die Innenschenkel und feinere Haare am Kopf des Hundes können mit Daumen und Zeigefinger ausgezupft werden. Im Intimbereich oder auch an den Pfoten, insbesondere zwischen den Ballen darf eine Schere eingesetzt werden - aber auch nur dort!

Nun ist der Russell auch schon fertig - es sollte jetzt eine ebenmäßige Decke aus Primärhaar zu sehen sein. Ein Nachtrimmen nach ein- zwei Wochen ist dann sinnvoll, wenn man den falschen Zeitpunkt zum Trimmen gewählt hat und der Hund nicht ganz gleichmäßig aussieht. Zwischendurch sollte der Hund hin und wieder gut gekämmt werden und / oder totes Haar mit einem Trimmstein entfernt werden.
Dies ersetzt jedoch nicht das Trimmen mit Messer bzw. Daumen & Zeigefinger!
Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie sich gerne bei uns melden!!!

Eine Auswahl an Trimmmessern, Trimmkreide und auch den Trimmstein können Sie im Foxi-Shop bequem bstellen:
www.foxi-shop.de

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